Andererseits spielt auch die zeitliche Verteilung eine Rolle: Arbeiten die Benutzer eines CSCW-Systems zur gleichen Zeit, oder zu verschiedenen Zeiten? So werden synchrone und asynchrone Systeme unterschieden, was zu einer Vier-Felder-Matrix führt:
In die Raum-Zeit-Matrix aus obiger Abbildung werden die CSCW-Systeme eingeordnet, was zunächst eine gewisse Übersichtlichkeit schafft. Bei genauerer Betrachtung stellt man jedoch schnell fest, dass einige Systemkategorien nicht eindeutig in eines der vier Felder eingeordnet werden können. Ein Beispiel hierfür sind die Gruppeneditoren, die es mit synchroner Funktionalität gibt, so genannte Realzeiteditoren, und auch in asynchroner Form, also Editoren mit Benachrichtigung. Darüber hinaus ist auch die räumliche Verteilung bei Gruppeneditoren nicht eindeutig, Gruppeneditoren stehen in der Regel geographisch benachbarten und entfernten Benutzern gleichermaßen zur Verfügung. Nach [1] ,,ist jedoch zu betonen, dass diese Klassifizierung nicht im Sinne einer Eingrenzung und Abgrenzung angesehen werden darf. Die einzelnen Kategorien können bestenfalls Systemkomponenten aufnehmen, da ein umfassendes CSCW-System den Anforderungen aller vier Quadranten genügen muss``.
Jonathan Grudin, heute Mitarbeiter bei Microsoft, erweiterte die Vier-Felder-Matrix von Johansen zu einer Neun-Felder-Matrix, indem er den zusätzlichen Parameter "Vorhersehbarkeit" einführte. Daraus ergibt sich für die geographische Komponente folgende Aufteilung: "Gleicher Ort", "verschiedener Ort vorhersehbar" und "verschiedener Ort nicht vorhersehbar". Bei der zeitlichen Komponente unterschied er analog nach "synchron", "asynchron vorhersehbar" und "asynchron nicht vorhersehbar". Damit ergibt sich folgende erweiterte Raum-Zeit-Matrix:
Die in obiger Tabelle dargestellte erweiterte Raum-Zeit-Matrix ist zwar auch übersichtlich, die angesprochenen Probleme, die Johansens Ansatz hat, sind aber auch hier zu sehen. Es gibt Groupware-Systeme, die sich in mehr als eine Kategorie einordnen lassen. Also ist auch die Grudin-Erweiterung nicht als Eingrenzung und Abgrenzung zu verstehen. Trotzdem ist die Raum-Zeit-Matrix das am häufigsten gebrauchte Klassifikationsschema, wenn an Universitäten Vorlesungen über rechnergestützte Gruppenarbeit gehalten werden.