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3K-Modell

Als eine der wichtigsten Einteilungen von CSCW-Systemen gilt auch das 3K-Modell: Hinter den drei K's verbergen sich die Begriffe Kommunikation, Koordination und Kooperation. Jeder dieser Begriffe drückt einen ,,Intensitätsgrad der Zusammenarbeit innerhalb einer Gruppe`` aus. Die Begriffe sind nach [4] wie folgt definiert:

Kommunikation:
"Unter Kommunikation versteht man einen verlässlichen und hinreichend schnellen Austausch von Informationsobjekten."
Koordination:
"Koordination erfordert noch kein gemeinsames Ziel, jedoch gemeinsame Interessen und/oder organisatorische Zusammengehörigkeit."
Kooperation:
"Kooperation bedingt eine starke Übereinstimmung von Zielen; die Gruppe ist als Ganzes für das Ergebnis verantwortlich."

Die Intensität von Zusammenarbeit und Integration nimmt ausgehend von Kommunikation über Koordination bis zu Kooperation hin zu. In dieser Richtung lässt hingegen das aufgabenbezogene Wissen des Individuums nach. Nähere Ausführungen dazu finden sich in [4], Abschnitt 1.2.2; Teufel et al. ordneten die Prozesse der Gruppenarbeit zur Veranschaulichung in einem Dreieck an. An den Eckpunkten befinden sich die Zentren von Kommunikations-Unterstützung, Koordinations-Unterstützung und Kooperations-Unterstützung. Die Applikationstypen von CSCW-Systemen werden dann je nach Unterstütß-zungsfunktion im Inneren des Dreiecks positioniert, dabei wird der Tatsache Rechnung getragen, dass Groupware in der Regel verschiedene Funktionen integriert, also keinem der drei K's eindeutig zugeordnet werden kann.

Abbildung: Das 3K-Modell nach Teufel et al.

Wie in obigen Abbildung zu sehen ist, werden dabei die CSCW-Systeme, die gewisse Ähnlichkeiten aufweisen, zu Systemklassen zusammengefasst. In der Abbildung sind das entsprechend die benachbarten Groupware-Programme. Es bilden sich vier Klassen heraus, die sich gegeneitig überlappen: Kommunikation, gemeinsame Informationsräume, Workflow-Management und Workgroup-Computing. Nach [4] haben sie folgende Merkmale:

Systemklasse Kommunikation:
"Kommunikationssysteme sind Systeme, deren Aufgabe darin besteht, den expliziten Informationsaustausch zwischen verschiedenen Kommunikationspartnern zu ermöglichen. Dabei werden in erster Linie Raum- und Zeitdifferenzen überbrückt. Typische Beispiele sind elektronische Post-Systeme und Videokonferenzen. Auch Bulletin Board Systeme können zu dieser Klasse gezählt werden, wenn geschlossene Gruppen adressiert werden."
Systemklasse gemeinsame Informationsräume:
"Diese Klasse stellt gemeinsame Informationsräume für eine Gruppe zur Verfügung, in denen Informationen längere Zeit in geeigneter Form mit Hilfe geeigneter Zugriffsmechanismen gespeichert werden. Der Informationsaustausch ist implizit. In diese Klasse fallen verteilte Hyptertext Systeme und spezielle Datenbanken, deren Informationen gleichzeitig von verschiedenen Benutzern abgefragt werden können. Bulletin Board Systeme können ebenfalls zu dieser Klasse gezählt werden."
Systemklasse Workflow-Management:
"Ein Workflow ist eine endliche Folge von Aktivitäten, wobei die Folge von Ereignissen ausgelöst und beendet wird. Im allgemeinen sind Workflows organisationsweite, arbeitsteilige Prozesse, in die eine große Anzahl von Akteuren einbezogen sind. Workflow-Management umfasst alle Aufgaben, die bei der Modellierung , der Simulation sowie bei der Ausführung und Steuerung von Workflows erfüllt werden müssen. Workflow-Management-Werkzeuge unterstützen die Aufgaben des Workflow-Management durch die Ausführung von Software. Deren Unterstützungsfunktion besteht primär darin, Workflows auszuführen und zu koordinieren. Dazu werden unter anderem Techniken aus dem Bereich elektronischer Post-Systeme und spezielle Datenbanksysteme eingesetzt."
Systemklasse Workgroup-Computing:
"Workgroup-Computing-Systeme unterstützen die Kooperation von Personen, die in Gruppen oder Teams arbeiten und Aufgaben mit mittleren bis geringen Strukturierungsgraden und Wiederholungsfrequenzen zu lösen haben. Die Koordinationsfunktion bezieht sich hier auf die für die Problemstellung notwendigen Kooperationsbeziehungen innerhalb der Gruppe. In diese Klasse gehören Planungssysteme wie Terminverwaltungs- und -vereinbarungssysteme, Gruppeneditoren und Entscheidungs- und Sitzungsunterstützungssysteme."

Das 3K-Modell bildet die Grundlage für die Ableitung der Systemklassen. Speziell diese Klassen sind für die zu findende Einteilung eine gute Grundlage. Zwar sollen auch die Systemklassen nicht 1:1 übernommen werden, bei genauerer Betrachtung fällt aber auf, dass man die Sicht auf die Systemklassen lediglich zu verfeinern braucht, um eine Anwendungs-bezogene Einteilung zu finden.

Das 3K-Modell ist sehr übersichtlich gehalten. Außerdem decken die vier Systemklassen den gesamten Groupware-Bereich ab. Allerdings wird oftmals in der Praxis erst von Groupware gesprochen, wenn ein System in mehr als eine Klasse eingeordnet werden kann. Also ist auch diese Einteilung nicht frei von Redundanz.



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joerg 2003-04-13