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Erweiterbarkeit

Wenn man in Zusammenhang mit CSCW-Systemen von Erweiterbarkeit spricht, meint man meist die Erweiterbarkeit um zusätzliche funktionale Gesichtspunkte, die Erweiterbarkeit in Hinblick auf größere Gruppen wird in Abschnitt 3.8 unter dem Begriff Skalierbarkeit besprochen. Dabei gibt es einige Grundannahmen: Etwa kann ein System, das modular aufgebaut ist, in der Regel leichter erweitert werden, als eines mit monolithischer Struktur. Bei einem Modulsystem sollte man zusätzliche Bausteine einfach hinzufügen können, wohingegen ein monolithisches System als Ganzes aktualisiert werden muss. Am interessantesten ist, welche Erweiterungsmöglichkeiten es denn überhaupt gibt, existieren Zusatzmodule oder Ergänzungsprojekte? Es gibt zum Beispiel für das Groupware-Projekt phpGroupware ein Ergänzungsprojekt, dass ein Modul für die Anbindung von Palm-Organizern an die Termindatenbank von phpGroupware realisiert. Wenn also eine Firma etwa die Außenmitarbeiter mit Palm Pilots ausstatten will, dann sollte sie so etwas berücksichtigen. Hier haben große Projekte normalerweise einen Vorteil gegenüber kleinen, denn je mehr Entwickler und Benutzer ein System hat, desto mehr Erweiterungsmöglichkeiten gibt es meist.

Als nächstes ist es wichtig, ob die Erweiterungen mit vertretbarem Einsatz eingebaut werden können, was natürlich auch wieder eine Frage des #i#>st. Vor allem im Open-Source-Bereich ist es so, dass viele Erweiterungen erst noch in der Entwicklung sind und es nicht sicher ist, wann sie fertiggestellt werden. Ein halbfertiges Modul ist zwar besser als gar kein Modul, für den praktischen Einsatz ist es aber auch wertlos.

Der Entwickleraspekt soll nicht verschwiegen werden: Erweiterbarkeit ist auch immer eng mit der Frage nach Standardisierung verknüpft. Die hier betrachteten Open-Source-Systeme setzen auf offene Standards, was die Erweiterbarkeit des CSCW-Systems fördert. Man kann also im vorhinein Informationen einholen, ob das gewünschte Projekt auf gewisse Standards aufsetzt, die später für Erweiterungen interessant sein könnten, natürlich erst recht vor dem Hintergrund eigener Erweiterungen.

Beispiele für solche Standards sind etwa die http-Protokoll-Erweiterung WebDAV und der Verzeichnisdienst LDAP. WebDAV steht für "Web-based Distributed Authoring and Versioning", und soll vor allem die Web-basierte Zusammenarbeit durch zusätzliche Features für http erleichtern. Die Protokollerweiterung stellt Locking-Mechanismen bereit, außerdem ist eine Speichermöglichkeit für Metadaten eingebaut. Gearbeitet wird zur Zeit an einer Funktion für Versionierung und Zugriffs-Kontrolle.

LDAP steht für Lightweight Directory Access Protocol und stellt eine Alternative zum X.500 Verzeichnis-Dienst dar. Es basiert auf TCP/IP und ist von der Internet Engineering Task Force standardisiert. Das Protokoll bietet einen einheitlichen Standard für Directory-Services, also Verzeichnis-Dienste, ohne dabei einen Directory-Inhalt zu definieren und hat ein weltweit eindeutiges Format, in dem alle Namen darstellbar sind.



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joerg 2003-04-13