Die Notwendigkeit von rechnergestützter Gruppenarbeit ist keine neue Erkenntnis. Eigentlich ist in der Praxis meist klar, welche Funktionen für die Zusammenarbeit in Gruppen gewünscht sind, den Rückschluss auf die passende Groupware-Lösung und das Finden der entsprechenden Software schaffen aber die Wenigsten. Das liegt einerseits daran, dass viele Software-Produkte in den letzten Jahren mit Groupware-Funktionalität geworben haben, die mehr versprachen als tatsächlich dahinter steckte. Andererseits haben sich mit Microsoft Exchange und Lotus Notes proprietäre Groupware-Lösungen als Standard etabliert, die viele Nachteile aufweisen. Der Stand der Dinge ist also, dass einerseits der Begriff Groupware nicht klar ist und andererseits kein Überblick über tatsächlich vorhandene Lösungen existiert. Für Universitäten und Unternehmen stellen sich zum Thema Groupware viele Fragen, die diese Diplomarbeit praxisnah und auch für Nicht-Spezialisten beantworten soll.
Diese Diplomarbeit soll zuerst kurz in die Thematik von Groupware und das Themengebiet CSCW (Computer Supported Cooperative Work) einführen. Dabei soll zunächst ein klarer Eindruck davon entstehen, was Groupware eigentlich ist. Aktuelle Beispiele und Zahlen über den Einsatz von Groupware stellen den Bezug zur Praxis her.
Am Anfang soll eine allgemeine Kategorisierung und Strukturierung von Groupware-Anwendungen vorgenommen werden. Dazu werden klassische Einteilungen der CSCW-Forschung vorgestellt und herausgearbeitet, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Dabei ist es die Aufgabe eine geeignete Einteilung zu finden. Denkbar wäre ein klassischer Ansatz, etwa eine funktionale Einteilung. Eine Kombination aus mehreren Sichtweisen, also ein pragmatischer Ansatz, ist erstrebenswert. Es ist zu berücksichtigen, dass die Zielgruppe nicht aus Groupware-Spezialisten besteht, sondern konkrete Lösungswünsche für die Praxis benötigt werden. Die Strukturierung soll eine Grundlage für die Ableitung von weiteren Anforderungen an Groupware-Lösungen bilden. Außerdem sollen zusätzliche Randbedingungen erarbeitet werden, aus denen sich Kriterien für zweckmäßige Lösungen ableiten lassen. Etwa bietet es sich aus Gründen der einfachen Bedienbarkeit, leichteren Wartung und Plattformunabhängigkeit an, ausschließlich Lösungen zu betrachten, die Client-seitig über einen Web-Browser bedient werden können und keine zusätzliche Software-Installation erfordern. Außerdem soll die nötige Software frei verfügbar, also kostenlos und wenn möglich erweiterbar sein; in der Aufgabenstellung sind die Groupware-Systeme deshalb auf Open-Source-Programme eingeschränkt.
Nachdem die Anforderungen geklärt sind, soll der aktuelle Stand bei offenen und freien Groupware-Plattformen erhoben werden. Die gefundenen Lösungen sollen auf ihre Tauglichkeit getestet und bewertet werden. Es soll die Frage beantwortet werden, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen: zum Beispiel ob ein vorinstallierter Web-Server zum Betrieb der Groupware nötig ist, oder ob ein spezieller Interpreter eingerichtet sein muss. Dabei ist anzumerken, dass es sich nicht um einen Vergleichstest von CSCW-Systemen handelt, sondern jedes System einzeln und objektiv betrachtet wird. Die erhaltenen Resultate, also etwa Probleme bei der Installation oder besondere Anforderungen sollen dokumentiert werden. Wichtig ist die praktische Auseinandersetzung mit den vorhandenen Lösungen. Die gefundenen Groupware-Programme sollen in die zuvor erarbeitete Kategorisierung eingeordnet werden.
Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen Vorschläge erarbeitet werden, welche Groupware-Lösungen für typische Standardaufgaben am besten geeignet sind. Diese sollen als eine Art How-To verfügbar sein.
Die Arbeit wird mit einem Fazit abgeschlossen, in dem eine abschließende Bewertung, Kritik und Ausblick über die behandelte Thematik enthalten ist.
Außer der üblichen Ausarbeitung soll zusätzlich eine Web-Dokumentation erstellt werden, die die Standardprobleme mit How-Tos für den Groupware-Einsatz enthält, um für die Praxis einen kurzen Leitfaden an der Hand zu haben.