Der Groupware-Markt ist für eine Software-Gattung noch ziemlich jung; der Begriff hat sich erst Mitte der 80er gefestigt. Momentan dominieren klar die proprietären Systeme. Nach einer Studie von IDC setzten Unternehmen im Jahr 2001 zu 45 Prozent auf Lotus Notes, 23 Prozent setzten Outlook und Exchange von Microsoft ein und weitere 11 Prozent setzten auf Novells Groupwise, alles proprietäre Plattformen. Die restlichen 21 Prozent verwendeten andere CSCW-Systeme, darunter auch Open-Source-Lösungen.
Die Marktforscher der Radiki Group1.4 verfolgen den Kampf auf dem kommerziellen Groupware-Markt durch die Anzahl der auf dem Markt befindlichen Lizenzen. Demnach gibt es etwa 73 Millionen Exchange-Lizenzen, bei Notes kommen die Marktforscher auf weniger, 68 Millionen. Zählt man die noch ausstehenden Linzenzkäufe hinzu, das sind bei Exchange rund 80 Millionen und bei Lotus etwa 70 Millionen Ende 2002, so hat sich im vergangenen Jahr Microsoft auf Platz eins im Groupware-Markt festgesetzt.
Momentan kann man einen hohen Anstieg der Open-Source-Projekte im Groupware-Markt erkennen. Es lassen sich derzeit (Stand Anfang 2003) etwa 100 verschiedene Programme finden, die die Groupware-Definition erfüllen. Etwa 60 Prozent davon wurden seit 2000 gestartet.
Der Trend zu Open-Source-Software in der Industrie und in öffentlichen Verwaltungen nimmt aus vielen Gründen zu, drei davon sollen besonders hervorgehoben werden: Zum einen hilft das Open-Source-Modell Kosten zu senken, da keine Lizenzkosten im klassischen Sinn fällig werden. Zum anderen ist man beim Einsatz von Open-Source-Software nicht abhängig von einem Hersteller und die Software lässt sich flexibel an die eigenen Bedürfnisse anpassen.
Open-Source-Software ist zum Synonym geworden für Flexibilität und Kostenbewusstsein. Das Private Public Partnership des IT-Dienstleisters Materna GmbH und dem Marketing-Lehrstuhl der Uni Dortmund, IT-Surveys, hat die aktuelle Diskussion zum Anlass genommen und in einer qualitativen Befragung die Verbreitung von Open-Source-Software untersucht und hinterfragt, wie IT-Entscheider den Einsatz von Open-Source-Lösungen beurteilen. Die Ergebnisse der Kurzstudie zeigen deutlich, dass die Bedeutung von Open-Source-Software in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Die Vorteile offener Systemwelten überwiegen, so die einhellige Meinung der befragten IT-Entscheider. Kosten, Flexibilität, Unabhängigkeit sowie Sicherheit sprechen deutlich für die stärkere Nutzung von OSS. Die vollständigen Ergebnisse können unter www.it-surveys.de nachgelesen werden.
Mit Hilfe von qualitativen Leitfadeninterviews wurden 30 deutsche Anwenderunternehmen zu ihren OSS-Erfahrungen befragt. Es sollte herausgefunden werden, ob OSS sich heute schon als eine echte Alternative zu herkömmlichen Systemwelten erweist. Die qualitative Studie dient einer ersten Einschätzung des Potenzials von Open-Source-Lösungen im Business-Bereich. Es stehen weniger generalisierbare Ergebnisse im Vordergrund, sondern es soll ein vertiefender Einblick in den Problemkreis gegeben werden. Häufigster Einsatzzweck waren bei den Befragten der Server-Bereich sowie Internet-Anwendungen und -Dienste. Die Befragten gehen davon aus, dass in Zukunft sowohl die Verbreitung als auch die Einsatzbereiche zunehmen werden. Damit bestätigt die qualitative Befragung die Online-Umfrage, die IT-Surveys im Herbst letzten Jahres zum gleichen Thema durchgeführt hat.
Auch in der öffentlichen Verwaltung trifft der Einsatz von Open-Source-Software auf breite Zustimmung. Beispielsweise entschied sich das Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums (BMI) für den Einsatz einer Groupware-Lösung auf Basis von Linux.